Innenparasiten

Kupfer gegen Verwurmung
Kokzidiose
Wuermer allgemein
Wurmarten
Leberegel

Entwurmungspräparate des Tierarztes

Kritische Überlegungen zur aktuellen veterinärmedizinischen Entwurmung und zu pflanzlichen Alternativen sind auf der Plattform www.weiss-die-geiss.de zusammengestellt.

Muss man aber doch auf obige Produkte zurückgreifen, ist es sehr wichtig, für Ziegen 2-5 Mal höher zu dosieren, als auf der Packung angegeben (bitte TA konsultieren).
Der folgende Rat der Landwirtschaftskammer NRW scheint ebenfalls sehr sinnvoll:
„Ab Mittag des Vortages der Behandlung sollte man die Schafe bei ausreichender Wasserversorgung nicht mehr füttern, morgens entwurmen und nachmittags wieder fressen lassen. Die dadurch längere Verweildauer übers Maul verabreichter Präparate im Magen-Darm-Trakt verbessert deren Wirkung, da die Verminderung der wellenartigen Darmbewegungen die Einwirkzeit der Präparate auf die Parasiten verlängert. Neue Untersuchungen belegen, dass man damit auch die Resistenzentwicklung reduzieren kann“.

Kupfer gegen Verwurmung

Das folgende gilt für Ziegen. Schafe vertragen eine vermehrte Kupfergabe nicht!

Pat Coleby: Würmer werden schneller resistent, als neue Entwurmungsmittel auf dem Markt kommen, das ist schon länger der Fall. Dagenen führen erhöhte Kupfergaben dazu, dass Ziegen gegen Würmer resistent werden!

Pat Coleby schreibt, dass jedes Tier, das die korrekte Kupferversorgung bekommt, bleibe von Würmern verschont, das bestätigen auch „The Albrecht Papers“. Der Bodenforscher William A. Albrecht stellte fest, dass Obstbäumen, die mit Kupfer behandelt wurden, vor Schädlingen geschützt sind, wobei das Kupfer nicht die Schädlinge vergiftete, sondern die Pflanzen sich mittels Kupfer vor Pilzbefall schützten. Dasselbe beobachtete er bei Tieren, dass  die Parasiten jene Tiere verliessen und mieden, welche ausreichend Kupfer im Körper hatten. Pat Coleby, sowie viele andere Tierhalter wandten dies mit Erfolg bei Rindern, Pferden und Ziegen an. Es gab keine Probleme mit Fruchtbarkeit und Ablammen, im Gegenteil, die sonst regelmässig zu erwartenden Cowpox und Hufprobleme blieben aus. Ein Wurmschutz mittels Kupfer erfordert auch keine Wartezeit für die Milch. Früher wurde zum Entwurmen das Kupfer mit Nikotinsulfat oder mit Bleiarsenat gemischt – das begründete seinen schlechten Ruf.

Bei Wurmbefall bekommen die Tiere bei Pat Coleby 1 TL Kupfer täglich in das Futter. Sie löst es im Wasser auf, in dem die Gerste einweicht wird oder befeuchtet das Trockenfutter damit.
Ist eine Einzelfütterung nötig, mischt Pat Coleby 1 TL Dolomit ½ TL Kupfersulfat und 1 TL Vitamin C. Diese Mischung wird trocken ins Maul gesteckt.

Pflanzliche Entwurmungsmittel: Geissblatt und Wermut (Artemisia absinthum) (engl. Wormwood!) kann man den Ziegen durch einen Zaun gebremst dosiert zur Verfügung stellen.

Chemische Entwurmungsmittel sollte man nicht laufend wechseln, sonder ein Jahr lang bei einem bleiben und dann wechseln. Sonst erhält man sehr schnell multiresistente Parasiten. Zu besitmmten Zeiten zu entwurmen, ohne dass ein Labortests dies als notwendig anzeigt, ist verantwortungslos, auch sollte man tragende Ziegen nicht mit diesen Giften behandeln. Durch das Ablammen selbst explodiert die Wurmpopulation.

Wenn finanziell möglich, ist eine regelmässige Laborprobe sinnvoll. Erhöht sich der Wurmbesatz, dann sollte man die Kupfersulfatgaben erhöhen auf 2 gr täglich, dies ist billiger und sicherer als eine Gift-Keule.
Soweit Pat Coleby.

Kupfersulfat empfiehlt auch der „Leifaden der Ziegenkrankheiten“ von 1950 und zwar eine Kupfersulfatlösung oral zu verabreichen, nach dem die Ziege am Abend vorher gehungert hatte:  50ccm mit 1-2% Kupfersulfat. Ausserdem empfielt dieser Leitfaden 1950 das pflanzliche „Kamala“ zur Entwurmung.

Cristina Perincioli: Eine Zwangsverabreichung von Kupfersulfatlösung oral ist nicht nötig. Die Ziegen lecken das Kupfersulfat von sich aus auf und hören damit auch wieder auf. Pat Coleby stellt Schalen mit Kupfersulfat, etc. auf die Weide zur freien Aufnahme und schwört darauf, dass die Tiere nur das Nötige davon fressen. Viele Australier haben es ihr nachgemacht. Ich konnte das kaum glauben und habe deshalb sehr genau beobachtet, ob und in welchem Umfang Ziegen von sich aus Kupfersulfat aufnehmen. Sie riechen es, lecken es auf, dann schecken sie nach – und entscheiden dann, ob sie noch mehr davon auflecken. Mir scheint, sie dosieren es von sich aus und drecht überlegt.

Kokzidiose

Coccidiosis

Erscheinung:
Kot in Form weicher grosser Knollen, Fladen, Durchfall, Blut im Kot, sonst latentes FTT (magelhaftes Wachstum u.ä.)

Ursache:
Verunreinigte Milchautomaten, Euter und Raufen, Erde im Futter.

Behandlung:
Medikamente gegen Kokzidien innert Stunden verabreichen!
Sulfonamide: 200 mg/kg danach an 4 Tagen 100 mg/kg.
Hygiene verbessern, Lämmer von Erwachsenen (die K. ausscheiden, aber resistent sind) trennen

Prävention:
Pat Coleby hat keine Probleme mehr, seit Malven um die Standweide herum wachsen (Wilde Malve, Käsepappel, Echter Eibisch, Hibiskus, Roseneibisch, Stockrosen). Malven sind nicht giftig, solange nicht exzessiv gefressen.
Die beste Prävention bietet Kupfer – das habe sich auch in der Rinderzucht bestätigt, meint Pat.

 

Würmer allgemein

Wurmlarven verenden auf den Weiden im Winter  bei mehrtägigen Kahlfrösten von – 5 °C.
Die Entwicklung vom Ei zur ansteckungsfähigen Larve dauert 5 – 15 Tage, in Abhängigkeit von der Witterung.
Hauptinfektionsgefahr herrscht von April bis Oktober (Rahmann).
Würmer können Kitze schnell töten. Pat Coleby empfiehlt: Sind die Schleimhäute weiss, dann sofort eine Spritze mit 1cc Vit. B12, dann ein Wurmmittel – aber so mild wie möglich, weil in diesem Stadium sonst das Kitz selbst daran stirbt. In den nächsten drei Tagen ein Eisentonikum. Meeresalgenpulver hilft, das Kupfer aufzubauen. Würmer und Egel mögen kein Kupfer.

Anzeichen für Verwurmung:
Tränende Augen, wählerisches Fressverhalten, reduzierte Milchleistung, Durchfall; manchmal bildet sich unterm Kinn ein „Flaschenhals“. Blutsaugende Würmern verursachen Anämie, die Schleimhäute sind bleich.
Kotuntersuchung im Labor zeigt genaueres: Von einer zu hohen Verwurmung ist auszugehen, wenn mehr als 500 MDS-Eier oder 1000 Kokzidien-Eier pro Gramm Kot (EpG) gefunden werden.

Von einer zu hohen Verwurmung ist auszugehen, wenn mehr als 500 MDS-Eier oder 1000 Kokzidien-Eier pro g Kot (EpG) gefunden werden.

Die Wurmmittel der Ivermectin-Gruppe (Ivomec) zerstören nicht nur Würmer im Ziegendarm, sondern auch die kotverabeitende Bodenfauna, z.B. Mistkäfer. Ist dagegen der Boden gut mineralisiert, der pH Wert zwischen 5 und 6,5 – werden Mistkäfer, Würmer und Mycorrhiza den Dung in den Boden ziehen und so schnell verarbeiten, wie sie ihn geliefert bekommen. So in den Boden gezogen, können die Wurm-Larven nicht mehr auf die Grashalme klettern, über die sie die Ziege wieder erreichen. Eprinex basiert auf Eprinomectin – bei dessen Anwendung verschwinden alle Mistkäfer, d.h. auch sie werden vergiftet.

Ziegen sollte immer genug Heu ad Lib haben, so dass sie nicht aus Not feuchtes Gras fressen. Haben Ziegen die Wahl, beginnen sie dort mit Grasen, wo die Sonne das Gras bereits getrocknet hat. Natürlich sorgt Überbelegung für Verwurmung, fünf Ziegen pro Hektar seien genug (jedenfalls in Australien)..

Wurmarten

Gedrehter Magenwurm (haemonchus contortus)
Ein grosser blutsaugender Wurm – weiss mit roten Blutbahnen aussen herum – ,. In kalten Zeiten kapselt er sich im Darm ein, schadet nicht und bleibt von Entwurmung unerreicht. Zum Problem wird er beim Ablammen und speziell in den ersten warmen Tagen: da wird er plötzlich aktiv – gesunde Ziegen kollabieren – der gedrehte Magenwurm tötet sie in schockierend kurzer Zeit. Die Schleimhäute unter dem Auge zeigen plötzliche Blutarmut – ein eindeutiger Hinweis auf diesen grossen Blutsauger; hinzu können tropfende Nasen und Durchfall kommen.
Therapie:
Zuerst gibt Pat Coleby ein Wurmmittel, dann ein eisenhaltiges Stärkungsmittel und Injektionen mit 2cc Vitamin B12 jede Stunden, bis die Schleimhäute wieder Farbe zeigen.
Dummerweise hat dieser Wurm einen Entwicklungszyklus zwischen 10 und 14 Tagen. Um auch den Nachwuchs zu erwischen, muss man die Entwurmung am 10., 14. und 21. Tag wiederholen.
Auch hierfür gilt, eine ausreichende Versorgung mit Kupfersulfat erspart dem Tier viel Entwurmungs-Gift.

 

Brauner Magenwurm (Ostertagia ostertagi)
Dieser ist das ganze Jahr aktiv; ein Entwurmungsmittel scheint nur jene zu töten, die im Darm sind; die sich in der Magenwand verkrochen hatten, kommen zum Vorschein und werden aktiv und die Ziege wieder krank (Anämie und oft auch Durchfall).

 

Lungenwurm
Lungenwürmer sind nicht auf trockenen Weiden. Sie haben einen 3-Wochen Zyklus.
Andauerndes Husten; befinden sich sehr viele Würmer in der Lunge und sie alle werden vergiftet, bekommt die Ziege eine Lungenentzündung von all den toten Würmern in der Lunge. In diesem Fall ist es ratsamer, erst nur ein Mittel gegen Magen-Darmwürmer anzuwenden, das ermöglicht den Lungenwürmer weiter zu wandern (?) und der Schaden wird nicht so gross sein, wie wenn man gleich das Mittel gegen Lungenwürmer einsetzt.

 

Fadenwürmer (Nematoden)
Wenn die Ziege oft den Schwanz wedelt, ohne brünstig zu sein, muss man genau hinschauen: Oft kann man die Würmer am Anus sich kringeln sehen. Pat Coleby fand, dass nur Piperazin (ein sehr altes Entwurmungsmittel, das für Menschen und auch für Hühner verwendet wird) gegen diese Würmer hilft, alle anderen Entwurmungsmittel scheinen keinen Effekt zu haben.

 

Zwergfadenwürmern (Strongyloides)
Diese Fadenwürmer werden von den Lämmern über die Haut oder die Muttermilch aufgenommen und können bei Lämmern zu mit Husten verbundenen Atemwegsproblemen, Durchfällen und mangelnder körperlicher Entwicklung führen (Landwirtschaftskammer NRW).
Deshalb entwurmt man Mütter vor dem Ablammen. Denn Zicklein, die keine Weide haben, auf der sie Wurmeier aufnehmen, können trotzdem unter hoher Wurmlast leiden: Glanzloses Fell und schwache Zunahme sind Warnzeichen.
Gegen Strongyloides kann man Panacur einsetzen und zwar in einer 5-fachen Dosierung, also 1ml=5mg Wirkstoff pro 1kg Körpergewicht!

 

Rundwürmer (Strongyle)
werden durch jedes Mittel erwischt, man kann sie im Kot sehen.

 

Bandwurm
Fassartige Bäuche deuten auf Bandwurm hin, die Reiskorn-grossen Bandwurmglieder kann man bei genauer Betrachtung im Kot erkennen. Ältere Tiere scheinen eine Immunität gegen Bandwürmer zu entwickeln, schlimm schädigen können sie dagegen Jungtiere . Eine Erdmilbe ist der Zwischenwirt; man sollte deshalb gut aufpassen und die Kitze nicht dort weiden lassen, wo früher Ziegen grasten, die vom Bandwurm befallen waren.
Aber auch hier gilt: Ziegen mit einer guten Kupferversorgung werden nicht verwurmt, gerade Bandwürmer sind gegen Kupfer sehr empfindlich.
Nach all den Kämpfen gegen Wurmbefall, geniesst Pat Coleby deren Ende, seit sie den Ziegen Kupfersulfat gibt.Die Tiere sind ohne Entwurmungsmittel gesünder und sie selbst entspannter.

 

Leberegel

Liver fluke

Die Ziegen zeigen blasse Schleimhäute, gesträubtes Fell, Abmagerung, wechselnden Appetit und bei manchen bildet sich ein Klumpen unter dem Kinn. Bei geringem Befall sieht man keine Anzeichen.
Leberegel entwickeln sich im 6-Wochen-Zyklus, deshalb müssen Medikamentengaben in diesem Zyklus wiederholt werden.

Zwischenwirt ist die Zwergschlamm-Schnecke in feuchten Wiesen, diese meiden!

Pat Coleby: Kupfersulfat bietet den besten Schutz vor Leberegeln, darauf schwört jeder Ziegenhalter in Australien.
1 TL pro Ziege und Woche reicht, um den Schutz aufrecht zu erhalten (für Nicht-Milchziegen reicht die Hälfte).
Bei einem Befall sind die Medikamente sehr teuer und die Tierärzte haben sie deshalb nicht vorrätig.
Deshalb beschloss Pat Coleby die Kupferdosis zu erhöhen. Der Tierarzt war entsetzt – damit würde sie die Leber schädigen. Da der Leberegel dasselbe gerade tat, probierte sie es mit einer täglichen Dosis von 1 TL Kupfersulfat während 7 Tagen. Sie konnte zuschauen, wie aus lustlosen, blutarmen Ziegen schnell schöne, gesund aussehende Tiere wurden. Ein paar Wochen später wurde eine davon, die besonders schlecht ausgesehen hatte, geschlachtet. Dabei zeigte sich die Leber frei von Egeln.

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